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Sind die Restaurants wieder für alle(s) offen? Eine Zwischenbilanz

Von: Lesezeit: 4 Minuten
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Während sich die Welt allmählich von der Pandemie erholt, ist die Wiedereröffnung der gastronomischen Betriebe in den einzelnen Ländern unterschiedlich weit fortgeschritten.

Für viele Restaurants scheint sich in den letzten Monate allmählich das Ende der Pandemie abzuzeichnen. Da die nationalen Impfprogramme immer weiter voranschreiten, werden auch die Beschränkungen für die Gastronomiebetriebe schrittweise wieder aufgehoben. Gerade die Rückkehr zum normalen Geschäftsbetrieb ist der längst überfällige Schub, den diese arg gebeutelte Branche braucht. „Langsam sehen wir Licht am Ende“, meint Joan Roca, Chefkoch des „El Celler de Can Roca“ in Spanien. „Wir sind wieder mit dem gesamten Brigade zurück, und es kehren auch wieder Touristen bei uns ein – es fühlt sich an wie ein Neuanfang, und wir sind überglücklich.“ In Europa wurden dazu zahlreiche nationale Maßnahmen für eine sichere Wiedereröffnung ausgearbeitet. In Großbritannien etwa dürfen die Restaurants, Cafés und Pubs seit dem 21. April wieder im Freien bedienen und ab dem 17. Mai sogar die Innenräume öffnen. Die Gäste müssen dafür – unabhängig vom Impfstatus – bei der Ankunft, beim Verlassen und bei Bewegungen in der Gaststätte eine Maske tragen, dürfen sie aber an den Tischen abnehmen. In Dänemark wiederum müssen die Besucher beim Betreten einer Bar oder eines Restaurants einen negativen Corona-Test vorweisen. Und man muss mindestens 30 Minuten im Voraus im jeweiligen Lokal reservieren. Der lang erwartete „Corona-Pass“ wird in Kürze eingeführt, sodass die Testpflicht entfallen kann. In den USA wollen laut CNN die Bundesstaaten, in denen zuvor Ausgangssperren verordnet waren, ab Mitte Mai ebenfalls ihre Einschränkungen wieder aufheben. Die Zentren für Seuchenbekämpfung und -prävention (CDC) haben die Vorschriften zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes im Freien gelockert. Wer nun schon vollständig geimpft ist – also zwei Impfdosen mit dem Vakzin von Moderna oder Pfizer bzw. eine Dosis von Johnson & Johnson erhalten hat –, muss bei einem Restaurantbesuch im Außenbereich keine Maske mehr tragen. Für ungeimpfte Personen gilt draußen ebenso wie grundsätzlich in Innenräumen nach wie vor Maskenpflicht – die zulässige Auslastung der Lokale ist dagegen weiterhin Sache der einzelnen Bundesstaaten. So dürfen Restaurants in New York City wieder zu 100 % besucht sein, während in Kalifornien fürs Erste nur 50 % erlaubt sind.

Restaurants reopening, Neuanfang der Gastronomie nach Corona

Image: Shutterstock | artjazz

Entscheidende Wendepunkte

Die Auswirkungen von Covid-19 und die pandemiebedingten Einschränkungen sind auf dramatische Weise offensichtlich. Laut dem Gastronomieverband National Restaurant Association lagen 2020 allein in den USA die Restaurantumsätze um 240 Mrd. Dollar unter den Prognosen, und mehr als 100.000 Betriebe mussten zumindest vorübergehend ihre Pforten schließen. In den USA freut sich besonders die Stadtbevölkerung über die allmähliche Rückkehr zur Normalität – und die Gastronomiebetreiber nehmen mit großem Eifer ihre Arbeit wieder auf. Letzten Monat gab Dunkin‘ Donuts bekannt, dass bereits in 2600 Filialen die Innengastronomie wiedereröffnet wurde, noch vor Sommerbeginn sollen weitere 1000 hinzukommen. Die Kaffee- und Donut-Kette hatte wie viele andere Fastfood-Anbieter auch während der Pandemie in 90 % ihrer Filialen die Außengastronomie geöffnet, doch die Wiedereröffnung der Innenräume ist ein Wendepunkt auf dem Weg zur Wiederbelebung des Geschäfts. „Während wir weiterhin die Erschwernisse der Corona-Krise bewältigen, möchten wir unser fortwährendes Engagement für die Gesundheit und Sicherheit unserer Gäste, Franchisenehmer, Mitarbeiter und Gemeinden unserer Standorte untermauern“ äußerte sich der Präsident von Dunkin‘ Donuts, Scott Murphy, in einer Erklärung. „Wir möchten für die Menschen da sein, wenn sie uns am meisten brauchen – so wie sie es von uns gewohnt sind. Gemeinsam mit unseren Franchisenehmern haben wir daher sinnvolle Konzepte erarbeitet, um bis zum Sommer so viele Innenlokale wie möglich wieder zu öffnen und unsere Gäste drinnen begrüßen zu dürfen.“

Normalität in der Gastro, Bewirtung im Innenraum, Restaurantbesuch nach Corona

Image: AdobeStock | mavoimages

Vorsicht ist weiterhin geboten

Diese positive Nachrichten sind bitter nötig. Ein Blick rund um den Globus verdeutlicht aber, dass sich die Bedingungen für die Gastronomie mancherorts zwar deutlich verbessern – aber auch weniger ermutigend sein können. So schienen etwa in Asien einige Länder die Pandemie zunächst vor allen anderen im Griff zu haben, doch sind einige von ihnen nun von einer nachfolgenden Wellen betroffen und zu Vorsichtmaßnahmen gegen höhere Inzidenzen gezwungen. In Hongkong wurde Ende April eine sogenannte „Vaccine Bubble“ als Konzept für Geimpfte eingeführt. In Restaurants dürfen Angestellte, die bereits eine erste Impfung erhalten haben, bis Mitternacht arbeiten und bis zu sechs Kunden pro Tisch bedienen. Sobald diese Mitarbeiter ihre zweite Impfung erhalten haben, können die Restaurants einen speziellen Bereich für erstgeimpfte Gäste einrichten und pro Tisch acht Personen bedienen. Außerdem werden 75 % Auslastung und Bewirtung bis 2 Uhr morgens erlaubt sein. In Malaysia verhängte die Regierung vor drei Wochen einen Lockdown in einzelnen Bundesstaaten und anschließend sogar landesweit. „Viele gastronomische Betriebe konnten Umsatzsteigerungen verzeichnen, weil mehr ausgegeben wurde und viele Menschen wieder außer Haus essen gingen, nachdem die staatliche Verordnung zur bedingten Bewegungskontrolle im März aufgehoben wurde. Aktuell ist Innengastronomie aber nicht erlaubt und der Reiseverkehr zwischen einzelnen Bezirken untersagt“, erklärt Brandon Kua FCSI, Foodservice-Berater bei Kitchen Inc. in Malaysia. Als Land mit der höchsten Infektionsrate pro Million Einwohner – noch vor Indien – hat die malaysische Regierung nun Maßnahmen ergriffen und die Geschäftszeiten auf 20 Uhr beschränkt, um die steigenden Infektionsraten einzudämmen. Es besteht aber die Hoffnung, dass die Impfprogramme zum Schutz der Bevölkerung schneller als bislang vorankommen, sodass die Gastronomie ihren Betrieb wieder aufnehmen kann.

Restaurant Einnahmen steigen wieder nach Corona

Image: AdobeStock | dpVUE .images

„Wir mussten erleben, dass die Umsätze in unseren Restaurants seit den eingeführten Lockdown-Maßnahmen vor drei Wochen um fast 90 % eingebrochen sind“, so Kua. „Viele Gaststätten werden darunter leiden, und wie man hört und liest, werden auch mehr Hotels schließen müssen, wenn es so weitergeht.“ In Singapur, wo Kitchn Inc. mit vielen Restaurants zusammenarbeitet, ist die Lage ebenfalls heikel, wie Kua erzählt. Nachdem in den Gemeinden vermehrt neue Corona-Fälle aufgetreten sind, wurde aktuell ein Lockdown verhängt und die Innengastronomie verboten. Aus Kuas Schilderungen spricht Resignation: „Für die Gastronomie stehen die Überlebenschancen meiner Meinung nach schlecht.“ Die größte Schwierigkeit für die Betreiber besteht seiner Auffassung nach darin, den Cashflow aufrechtzuerhalten, was durch die inzwischen neu verordneten regelmäßigen – und kostspieligen – Desinfektionsmaßnahmen noch verstärkt werde. „Schließlich sind die Kosten für Rohstoffe, Zutaten und Logistik eben mal um gut 30 % gestiegen“, klagt er. „Es ist wirklich extrem schwierig für die Gastronomen, den Balanceakt zwischen Lebensmittelkosten, Gehältern, Miet- und Nebenkosten sowie Gewinnen zu meistern, um das Geschäft am Laufen zu halten.“

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