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Auf Expansionskurs

Von: Lesezeit: 3 Minuten
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Seit Jahrzehnten steht Karlheinz Hauser für High-End-Gastronomie. Mit seinem jüngsten Coup macht er fast alles anders: In Das Fast-food-Konzept Poké You können Unternehmer durch Franchising einsteigen.

Ausgerechnet hawaiianischen Fischern haben gesundheitsbewusste Deutsche ihr neues Glück zu verdanken, das sie nun so fleißig in sozialen Netzwerken teilen.
Ihnen – und den Hausers. Das neue Superfood servieren sie – genauso wie seine Erfinder – in Bowls. Was passiert wäre, hätten weniger gastronomisch begabte Seefahrer angefangen, Gerichte zu kreieren: gar nicht auszudenken. Doch das Schicksal macht aus der Not eine Tugend. Um ihren Hunger zu stillen, verwerten die Männer, was sie an Bord haben, schneiden frisch gefangenen Fisch in Stücke, marinieren ihn. Auf dem Schiff finden sie außerdem Meeresalgen und Inselfrüchte. Sie probieren, vermengen und garnieren. Am Ende entsteht ein wahres Geschmackserlebnis: Die Hawaiianer nennen es Poké.

Das Schüsselgericht vereint heute kulinarische Ideen aus Japan, Polynesien und der US-amerikanischen Westküste – und begeistert dabei nicht nur in Hawaii. Als Karlheinz Hauser und sein Sohn Tom im Oktober 2016 aus dem Urlaub nach Hamburg zurückkehren, haben sie eine neue Geschäftsidee im Gepäck. Aus ihr entsteht: das Poké You.

Ein Healthy-Food-Konzept

„Poké You ist ein Konzept, das für gesundes, leichtes und frisches Essen steht“, erklärt Karlheinz Hauser das Projekt. Im Poké You können sich die Gäste nach dem Baukastenprinzip ihr Essen selbst zusammenstellen.

Der Hausherr selbst wählt als Basis am liebsten warmen Sushi-Reis, für die Proteine sorgt klein geschnittener Thunfisch. Dazu kombiniert er Maui-Onion-Marinade und Wasabi-Sauce mit Tomaten, Avocado und Koriander. Und „für das Happy End gibt es etwas Crunchiges“: Macadamia-Nüsse sowie die Superfoods Chia-Samen und Goji-Beeren. Bis zu zwölf Zutaten können Kunden nach Belieben kombinieren. Wer es ausgefallen mag, kann seine Bowl etwa mit Fliegenfisch-Kaviar oder Wakame-Algen schmücken. Auch hauseigene Saucen soll es bald geben.

Poké Bowl

Image: Poké You

Der allererste Store an der Binnenalster in der Hamburger Innenstadt „läuft super“, resümiert Hauser die ersten zwei Geschäftsjahre. Der Gastronom, der in der Branche mit dem Süllberg und seinem Gourmet-Catering seit Jahrzehnten für High End steht, scheint auch für das Fast-Food-Konzept sichtlich begeistert. „Das war ein Thema, auf das ich Lust hatte“, sagt Hauser, „bei Poké geht es um beste Qualität, frische Produkte und healthy Food – damit kann ich mich identifizieren.“ Sohn Tom segelt als Geschäftsführer mit im Poké-Boot.

Ausbau durch Franchise

Und mit seinem Projekt hat er Großes vor: Sowohl Mannschaft als auch Standorte sollen zunehmend ausgebaut werden. Erst im April eröffneten die Hausers in Eigenregie eine zweite eigene Filiale in Frankfurt. Durch Franchising wollen sie aber bis Ende des Jahres mit zwei bis drei weiteren Unternehmern den Kurs Richtung Expansion setzen.

„Wir bekommen zurzeit fast jeden Tag ein Angebot“, sagt Hauser, der die Bewerber mit Sorgfalt auswählen will. Schließlich soll eine Franchise-Partnerschaft nicht nur von Dauer, sondern auch von Qualität sein: „Das Unternehmen steht und fällt mit dem Franchise-Nehmer.“

Ist ein Bewerber ausgewählt, stellen ihm die Hausers ihr komplettes Konzept zur Verfügung. Das Geschäftsmodell, rechtliche Grundlagen, die Berechnung der Wirtschaftlichkeit: alles bereits erledigt und erarbeitet. Wie ein Store aussehen soll, wo er gebaut wird, welche Geräte in die Küche müssen – die nötigen Informationen stehen bereit. Auch, wer den Laden beliefert und wie der Unternehmer qualitativ hochwertige Ware erkennt, sie anschließend kühlen und verarbeiten muss, legen die Gründer des Poké You fest. Von den ersten Vertragsverhandlungen bis zur Eröffnung und darüber hinaus begleitet Tom Hauser mit seinem Team den gesamten Prozess. Der Deal: An sechs Prozent des Umsatzes ist der Franchise-Geber am Ende beteiligt. Um einen Store zu eröffnen, benötigt ein Unternehmer etwa 150.000 bis 200.000 Euro Eigenkapital.

In das neue Lokal, das der Hamburger gemeinsam mit seinem Vater in Frankfurt führt, investieren sie etwas weniger als das Doppelte. „Der Store kann aber wirklich alles, was Poké You hergibt“, erzählt Karlheinz Hauser über das Flagship-Projekt. Erst im April startete er das Geschäft in der neuen Gastronomie-Etage des Shopping Centers MyZeil. „Schon jetzt ist es mittags und abends sehr gut frequentiert.“

Poké You Restaurant

Poké You Frankfurt / Image: Poké You

Ambitionierte Gastronomen gesucht

Was bei dem Profi so einfach klingt, ist in der Praxis ein echter Kraftakt. Das Franchise-Konzept soll auch jungen Gründern dabei helfen, ihn zu bewältigen. Deswegen sind in jedem Store auch alle Abläufe klar definiert. Damit kann der Gastronom wiederum eine hohe Qualität garantieren. Und die will er mit dem Konzept auch der breiten Masse zugänglich machen. Mit einer Preisrange zwischen zehn und 14 Euro pro Gericht soll sich jeder eine Poké-Bowl leisten können.

Es ist ein junges Konzept, „perfekt für junge Leute aus der Gastronomie“, sagt Hauser. Wichtig sei, dass ein potenzieller Franchise-Nehmer das notwendige Know-how mitbringe. Wie groß die Flotte am Ende werde, komme ganz auf die Bewerber an: „Wenn jemand kommt, der die Erfahrung mitbringt und sagt: Ich möchte einen Poké-You-Store eröffnen. Warum nicht?“

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