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Keine Küche? Kein Problem!

Von: Lesezeit: 2 Minuten
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Norbert Friedl (43) ist Geschäftsführer der Telia Kitchen Rentals GmbH im österreichischen Lengau. Sein Ziel: Großküchen dorthin zu bringen, wo sie fehlen. Prompt. Maßgeschneidert. Perfekt. Und immer nur auf Zeit. Wir fragten ihn nach den Höhepunkten und Herausforderungen seiner Arbeit – Angefangen bei der Planung und dem Aufbau bis hin zur Zukunft von Interimsküchen.

Interim Küchen Winterhalter Telia Oktoberfest

Norbert Friedl (links) und Küchenchef Raimund Klapka in einer Interimsküche / Image: Telia

Sie konzipieren Interimsküchen. Was genau bedeutet das?

Vor allem ist eine Interimsküche eine Art Ausnahmezustand! Ein Beispiel: wenn ein Gebäude umgebaut oder saniert wird, dann muss die bestehende Küche vorübergehend umziehen. Das Küchenteam muss dann in ungewohnter Umgebung arbeiten, oft mit anderen Geräten, und die jahrelang eingespielten Arbeitsabläufe sind plötzlich anders. Der Küchenbetrieb muss aber genauso wie immer weiterlaufen. Die Gäste dürfen nichts merken!

Was ist Ihr Erfolgskonzept?

Wir konzipieren keine Behelfsküchen. Unsere Interimsküchen sind nach dem modernsten Stand der Großküchentechnik geplant, ergonomisch vorbildlich und mit hoch effizienten Arbeitsabläufen. Telia kommt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie perfekt – und das ist unser Anspruch! Wir sind seit 20 Jahren auf Interimsküchen spezialisiert und verwenden nur die besten Geräte und Marken, von Firmen, bei denen wir auch auf ein zuverlässiges Kundendienstnetz zurückgreifen können. All unsere Kombidämpfer beispielsweise stammen von Rational und die Spülmaschinen von Winterhalter. Und natürlich nutzen wir die Möglichkeiten der digitalen Vernetzung wie ConnectedCooking.

Wer sind Ihre Kunden?

Telia-Interimsküchen findet man überall! Das kann ein Tag der offenen Tür bei einem Unternehmen sein, ein Sportevent wie Formel 1 oder Ski-Weltcup oder eine Küche, die bei einem großen Unternehmen ein Jahr lang oder mehr steht. Auch viele Festzeltküchen auf dem Oktoberfest stammen von Telia. Das sind auch die größten Küchen, die wir konzipieren. So ein Festzelt hat bis zu 9000 Sitzplätze, die im Schnitt zweimal pro Tag belegt sind. Es wird also Essen für 18000 Gäste „just in time“ geliefert, gelagert und zubereitet – und die Geschirrspüler laufen auf Hochtouren! Insgesamt liefert Telia zehn Sattelzüge mit Küchentechnik zum Oktoberfest, darunter einen ganzen Container mit Ersatzteilen und -geräten. Und wir sind immer vor Ort und sorgen für die Betriebssicherheit.

Gibt es noch etwas, das Sie aus der Fassung bringt?

Bauvorschriften und Sicherheitsauflagen! (lacht). Aber im Ernst, die sind sehr streng und jede Küche muss genehmigt werden. Und dann gibt es diese Großveranstaltungen, bei denen uns die Natur die Grenzen aufzeigt. So wie bei den ungewöhnlich starken Schneefällen im Jänner 2019 vor dem Biathlon-Weltcup in Ruhpolding, wo tagelang keine Anlieferung möglich war. Wir haben aber trotzdem die gesamte Infrastruktur termingerecht fertiggestellt, für das Catering in den VIP-Bereichen ebenso wie für die Sportler- und die Mitarbeiterverpflegung!

Eine Interimsküche vorab genau zu planen, ist sicher nicht einfach. Wie machen Sie das?

Vor allem: Wir planen mit jedem Kunden individuell. Die eigentliche Küche, also Kochen, Spülen und Logistik, planen wir selbst, da haben wir jahrzehntelange Erfahrung. Das Drumherum wie Lüftung, Klima, Gebäudehülle dimensionieren unsere langjährigen Partner, die jeweils auf ihr Gewerk spezialisiert sind.

Wie schnell kann Telia eine solche Küche liefern?

Kommt drauf an. Bei einer Interimsküche für ein Sportevent dauert es in der Regel vier Wochen von der Auftragserteilung bis zur betriebsbereiten Küche. Eine Interimsküche für 1000 Mitarbeiter in einem Unternehmen dauert mit Vergabe, Planung, behördlicher Genehmigung und Aufbau bis zu fünf Monaten.

Zum Abschluss ein Blick in die Kristallkugel: Wie wird die Interimsküche im Jahr 2050 aussehen?

30 Jahre in die Zukunft zu blicken, heißt sich weit aus dem Fenster zu lehnen. Aber ich will es mal probieren: Alle Maschinen und Geräten werden vernetzt sein und autonom arbeiten, der Mensch wird nur noch überwachende Tätigkeiten haben. Der Betreiber wird das Equipment nicht mehr besitzen, sondern er wird für die Nutzung der Küche zahlen. Aber das wird auch für jede „feste“ Küche gelten.

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