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Die erste und beste Mahlzeit am Tag

Von: Lesezeit: 3 Minuten
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Immer mehr Menschen arbeiten von zu Hause aus und die Arbeitswege werden immer kürzer. Was bedeutet das für die Anbieter von „Frühstück to go“?

Als im März 2020 fast überall auf der Welt die Menschen aufgefordert wurden, zu Hause zu bleiben, hätte man sich nicht träumen lassen, wie sehr das Corona-Virus mittlerweile unsere Arbeits- und Lebensweise beeinflusst hat.
Die verheerenden Folgen für das Gastgewerbe nach dem Shutdown gehören auch zu diesem Bild. Ein gewisser Hoffnungsschimmer in der Finsternis waren dafür die vielen Gastronomen, die auf flexible und einfallsreiche Weise ihr Geschäftsmodell umkrempelten, um den „großen Hunger“ nach Liefer- und Mitnahmeservice zu stillen.
Da sich die Arbeitswelt mittlerweile, wo immer es möglich ist, weitgehend ins Home-Office verlagert hat, wurde die bis dahin florierende Frühstücksgastronomie herbe ausgebremst. Die vom Berufsverkehr belebten Bahnhöfe und Stadtzentren waren plötzlich menschenleer. Manche Untersuchungen deuten darauf hin, dass das frühe Tagesgeschäft mit Frühstück und Snacks am Vormittag die stärksten Umsatzeinbußen erlitten hat. In der ersten Juniwoche 2020 sanken bei den großen Restaurantketten die Umsätze im Frühstücksgeschäft um 18 % gegenüber der gleichen Woche im Vorjahr.

Mehr Zeit in der Küche

Wie ein Bericht von Kantar vom August zeigt, frühstücken die Briten dagegen gern ausgiebig
zu Hause, vor allem weil morgens der Druck und die Hetzerei ins Büro weggefallen sind. Laut den Berechnungen von Kantar waren dort 82 Millionen Mal mehr Speck oder Eier auf dem Frühstückstisch als noch im Vorjahr (ein Plus von 25 % bzw. 68 %). Zudem wurden 77 Millionen bzw. 25 % mehr Backwaren und Croissants verzehrt, 40 % mehr Schokoaufstriche verbraucht und insgesamt 21 Millionen Frühstücksportionen mehr verspeist.
Dies spiegelt auch den Trend im Lockdown wieder, nämlich mehr Zeit in der eigenen Küche mit Kochen und Backen zu verbringen.
Bis dahin galt für viele Schnellrestaurants das Frühstücksgeschäft als großer Umsatzmotor mit noch erheblichem Wachstumspotenzial. Allein McDonald’s erwirtschaftet fast 30 % seiner Umsätze mit Frühstücksprodukten, was zeigt, wie wichtig diese Tageszeit für die Fast-Food-Ketten ist.
Seit der Wiedereröffnung nach dem ersten Lockdown hat McDonald’s auf ein eingeschränktes Angebot umgestellt. Paul Pomroy, Chief Executive Officer von McDonald’s in Großbritannien und Irland, wandte sich dazu per E-Mail an die Kunden: „Wie bei unseren Hauptgerichten werden wir auch beim Frühstück das Angebot verkleinern. Unsere Klassiker, wie Hash Browns, McMuffins oder Pancakes, haben wir aber beibehalten. Leider können wir aufgrund der bestehenden Abstandsregelungen weder Porridge noch Bagels oder unsere Frühstückswraps anbieten. Das liegt daran, dass aktuell weniger Personal in der Küche beschäftigt ist.“

Lockdown, stock and barrel

Image: adobestock | Evrymmnt

Chancen bieten sich auch weiterhin

Gavin Rothwell von Food Futures Insights ist optimistisch, dass das Frühstücksgeschäft auf die Beine kommt. „Man muss nicht befürchten, dass in diesem Sektor der Zug abgefahren ist“, meint er. „Wer das richtige Angebot findet, dem bieten sich sehr wohl Möglichkeiten. Mit etwas Innovation, einer Karte, die sich von der Masse abhebt, dazu noch dem richtigen Standort sowie einer überzeugenden Kaffeeauswahl besteht das Potenzial, dieses Projekt im eigenen Laden voranzubringen“, so Rothwell.
„Welche Rolle dabei der To-go-Aspekt und die Speisemöglichkeit an sich spielt, ist von Land zu Land sehr unterschiedlich, aber ein Blick nach Irland oder in die USA genügt, um das Potenzial für den Einzelhandel in diesem Bereich zu erkennen.“
Mit diesem Thema sowie mit dem Wachstum, den Chancen und den Schwierigkeiten im Food-to-go-Markt insgesamt hat sich Rothwell Anfang des Jahres eingehend in einer ausführlichen Webinar-Reihe von Rational mit dem Titel „Unlocking new growth opportunities in food-to-go“ (Neue Wachstumschancen im Food-to-go-Geschäft erschließen) beschäftigt und dabei untersucht, welche Auswirkungen die Pandemie auf die Food-Branche hat.
Das britische Unternehmen City Pantry beschäftigt sich intensiv mit den Marktchancen in diesem Bereich und sieht darin Potenzial von neu aufkommenden Kundenwünschen. Die Firma arbeitet mit Restaurants und Caterern zusammen und betreibt eine Bestell-Plattform, über die man sich Speisen direkt ins Büro liefern lassen kann. Für Angestellte könnte das ein Anreiz sein, wieder ins Büro zurückzukehren, weil sie dort ein leckeres Frühstück bekommen, das sie nicht selbst zubereiten oder dafür anstehen müssen.
Für die deutsche Foodservice-Beraterin Bettina von Massenbach FCSI, Inhaberin von Oyster Hospitality Management, ist das Frühstück zum Mitnehmen ebenfalls ein Modell mit Zukunft. Dabei gibt es für sie zwei kritische Faktoren: den Standort und das Angebot. „Der Standort ist aus meiner Sicht ganz entscheidend. Denn je näher etwas am Wohnort der Kunden liegt, desto eher machen sie auch davon Gebrauch“, so von Massenbach.
„Es kommt auch auf das Angebot an: Die Karte sollte auf „to go“ ausgerichtet sein. Das Frühstück muss frisch, knusprig und warm sein, dann schmeckt es auch. Deshalb darf es nicht weit transportiert werden. Das bietet sich auf jeden Fall für ein Lokal in der nahen Umgebung an.“
Daher verlagern sich die Restaurants auch von den Stadtzentren in die Peripherie, wo die Menschen leben und inzwischen auch arbeiten. „Die Leute vermissen das Inspirierende, das ein Frühstück im Café mit sich bringt. Vielleicht wird dieser Genussmoment stattdessen aufs Wochenende verlegt. Es wäre auch eine Möglichkeit, die lokale Gastronomie- und Restaurantbranche insgesamt zu unterstützen“, meint von Massenbach abschließend.

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