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Reingehen oder mitnehmen?

Von: Lesezeit: 6 Minuten
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Die Foodservice-Industrie steht unter Druck – schließlich muss sie sich der Corona-Pandemie anpassen. Daher lädt RATIONAL Experten aus der Branche ein, um Wege aus der Krise zu zeigen. Einer davon ist Wachstum im Food-to-Go-Markt zu generieren.

Food-to-Go ist ein Marktsegment, das angesichts der veränderten Einstellung der Verbraucher zum Außer-Haus-Verzehr großes Potenzial hat. Denn der Shutdown mit seinen Restaurantschließungen hat neue Liefer- und Mitnahmemöglichkeiten erforderlich gemacht. Aber selbst dann, wenn die Menschen wieder arbeiten gehen und ihren Routinen nachgehen, werden sich viele schwertun, sich lange Zeit in einem Restaurant aufzuhalten.

Für Gastronomiebetriebe, die Food-to-Go anbieten, gibt es also zahlreiche Möglichkeiten, von diesem Trend zu profitieren und den Kunden alles, was sie brauchen, an einem Ort anzubieten.

Vor diesem Hintergrund veranstaltet RATIONAL hat eine Reihe von Webinaren, die sich mit der Erschließung neuer Wachstumschancen im Bereich Food-to-Go beschäftigen. Jedes der vier Webinare konzentriert sich auf einen bestimmten Aspekt. Wir werfen hier einen Blick auf Sitzung 1 „Das neue Mittagessen“ und Sitzung 2 „Das Frühstück zum Mitnehmen“.

Kreativ Denken

Wenn man am „new normal“ arbeitet, muss man den aktuellen Stand der Dinge verstehen und sich fragen, was Menschen motivieren kann, wieder in Geschäfte und Restaurants zu kommen.

„Wir leben in beispiellosen Zeiten. Das hat uns alle in vielerlei Hinsicht unter Druck gesetzt“, so lautet die Einführung von Gavin Rothwell, Gründer von Food Future Insights, der die Webinare in Zusammenarbeit mit Benjamin Nothaft, International Key Account Manager bei RATIONAL, veranstaltet.

„Food-to-go- und Foodservice-Märkte waren fast vollständig geschlossen, die Abriegelung erfolgte in vielen Ländern auf der ganzen Welt.“ Die Unternehmen waren also gezwungen, kreativ zu denken und ihr Angebot zu ändern, um überhaupt wieder Nachfrage zu generieren.

„Eine Schlüsselstrategie, die sich daraus entwickelte, war die Idee, das Gastronomie-Erlebnis in den eigenen vier Wänden zu übertragen. Also, die Erfahrung aus dem Restaurant zu nehmen und sie quasi in einer Box zu versenden“, erläuterte Rothwell.

Honest Burger, Pizza Pilgrim und Island Poke im Vereinigten Königreich waren für ihn Beispiele, die sich erfolgreich in diese Richtung entwickelten. „Natürlich ist es nicht dasselbe, aber immerhin hat es Kreativität gezeigt“, so Rothwell.

Neben dem Genuss von Restaurantessen in den eigenen vier Wänden haben die Einschränkungen offensichtlich dazu geführt, dass die Menschen mehr zu Hause kochen. Einige nutzten die Gelegenheit, in der Küche zu experimentieren, während andere nach schnellen und einfachen Lösungen suchten.

Da aber nicht alle gewünschten Artikel immer in den Regalen der Supermärkte vorhanden waren, hat auch dies die Entwicklung von Food-to-go gefördert. „Wir haben gesehen, wie verschiedene Food-to-go-Anbieter ihren Schwerpunkt online verlagert haben, da sie gesehen haben, dass es für viele Verbraucher manchmal recht schwierig war, einige gewünschte Lebensmittel zu bekommen.“

Für die Anbieter Pure, Crush und Pret in Großbritannien und Tendergreens in Nordamerika ist es mittlerweile normal, Grundnahrungsmittel in ihrem Angebot für die Lieferung oder die Abholung im Laden zu haben.

Sandwiches
Neue Angebote

In dem Maße, wie Restaurants und Geschäfte wieder geöffnet werden, müssen die Betreiber der Gastronomiebetriebe erkennen, dass es nicht darum geht, zur Normalität oder zum „business as usual“ zurückzukehren. Der Appetit der Verbraucher hat sich mit der Pandemie verändert, und die Auswirkungen werden weitreichend und langanhaltend sein.

Viele Lebensmittelunternehmen haben erkannt, dass sie in Zukunft mit anderen Herausforderungen konfrontiert werden als vor dem Lockdown. Auch eine Motivation, die Dinge zu ändern.

„Ein starkes Thema, das sich durchgesetzt hat, ist die Verschlankung der Speisekarte, das Verkürzen der Öffnungszeiten. Das ermöglicht dem Team, sich mit der veränderten Dynamik des Marktes und den verschiedenen Herausforderungen vertraut zu machen“, führte Rothwell aus.

Ein weiterer Entwicklungsschwerpunkt liegt im Bereich der Technologie. Die Krise hat Innovationen beschleunigt, da immer mehr Unternehmen Dienstleistungen von Drittanbietern in Anspruch nehmen, um ihre webbasierten Portale zu verbessern. So können Kunden zeitnah über mobile Geräte bestellen und verbringen möglichst wenig Zeit im Geschäft.

So nutzen beispielsweise die Einzelhändler Tesco, Lidl und Aldi in einigen Geschäften ein Ampelsystem, um den Kundenstrom zu steuern. Und Asda testet eine App, mit der Kunden bei ihrer Ankunft auf dem Parkplatz einchecken, um in einer virtuellen statt physischen Warteschlange anzustehen.

„Der Einsatz von Technologie zur Steuerung des Kundenflusses ist wichtig. Deshalb werden wir das bei Supermärkten, Restaurants etc. in Zukunft häufiger sehen“, erläuterte Rothwell.

„Besonders um die Mittagszeit herum ist der Ansturm groß. Hier können moderne Systeme unterstützen, wenn es beispielsweise nur eine begrenzte Anzahl Personen ein Geschäft gleichzeitig betreten darf“, so Rothwell.

Ebenso waren Selbstbedienungselemente und vorverpackte Lösungen sehr gefragt. Diejenigen Unternehmen, die immer noch Theken benutzen und eine Zukunft für ihre Salatbar sehen, wie Picadeli, verlassen sich auf die Technik, um Lebensmitteltemperatur und die Haltbarkeit von Produkten zu kontrollieren.

Aufgaben definieren

Der Appetit auf Food-to-Go wird aller Voraussicht nach erhalten bleiben. Doch worauf sollten die Unternehmen achten?

„Es ist deutlich zu erkennen, dass eine Verschiebung der Besucherfrequenz hin zu anderen Uhrzeiten stattfindet. Beeinflusst wird das natürlich durch die Tatsache, dass immer noch sehr viele Menschen zu Hause arbeiten. Da ist die Frage naheliegend, warum sich Mühe mit dem Frühstück machen“, sagte Rothwell.

Aber das Frühstück ist immer noch eine wichtige Mahlzeit, und eine, bei der sich die meisten Menschen zu Hause nicht so viel Mühe geben, erläuterte er: „Wenn genügend Leute unterwegs sind, kann man sie mit den richtigen Lösungen ansprechen.“

Alle Redner stimmten darin überein, dass zu einem erfolgreichen Frühstücksangebot auch ein starkes Kaffeeangebot gehört.

„Der Appetit auf Barista-Kaffee scheint ungebrochen zu sein. Interessant ist, dass häufig die unabhängigen Läden die längsten Schlangen haben“, erklärte Rothwell.

Doch neben dem Wunsch nach qualitativ hochwertigem Kaffee gibt es auch das Bewusstsein für das Risiko, wenn man zu viele verschiedene Läden besucht. Früher haben die Menschen unterschiedliche Orte gehabt: einen zum Kaffee trinken, einen zum Essen. Die werden in Zukunft weniger werden, glaubt Rothwell.

„Die Zahl der Lebensmitteleinkäufe, die die Menschen insgesamt durchführen, ist zurückgegangen. Sie sind vorsichtig geworden, was die Anzahl der besuchten Orte betrifft – das ist einer der Gründe, warum es wichtiger wird, ein starkes Kaffeeangebot zu haben“, erklärte er.

„Wenn Sie alles, was Sie brauchen, an einem Ort bekommen, ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass Sie genau diesen Ort aufsuchen. Und das wiederum schafft eine Gelegenheit – wenn ein Kunde zum Kaffee oder Frühstück kommt, können Sie das nutzen, ihm zusätzlich etwas für später, etwa Mittag- oder Abendessen, zu verkaufen.“

Dies ist der Ansatz der niederländischen Marke Yoghurt Barn. Viele ihrer Geschäfte befinden sich an Verkehrsknotenpunkten und decken den Frühstücks- und Mittagsbedarf von Pendlern und Büroangestellten ab. Gleichzeitig wurden zusätzliche Angebote wie High Tea oder Brunch in die städtischen Niederlassungen integriert.

„Die Menschen werden ihre Stopps reduzieren, wenn Sie ein qualitativ hochwertiges Frühstück anbieten. Das bedeutet, dass man guten Kaffee und mehr frische Produkte im Angebot haben muss“, führte Wouter Staal, CEO von Yoghurt Barn, aus.

„Zusätzlich sollte man darauf achten, welche Gelegenheiten man nutzen möchte. Also, Frühstück, Mittagessen? Aber wir essen nicht nur dreimal am Tag, sondern sechsmal. Was können Sie also erzählen, wofür können Sie stehen?“

Stay in or take - away?

Image: adobestock.com, goodluz

In der Krise den Fokus finden

Da viele Menschen von zu Hause arbeiten, hat Corona den Publikumsverkehr für Yoghurt Barn, das derzeit lediglich 12 % seines normalen Umsatzes erwirtschaftet, stark beeinträchtigt. Dennoch hat Staal die Gelegenheit genutzt, das Unternehmen voranzubringen:  Er hat den klimafreundlichen Ansatz seines Unternehmens während der Krise offiziell online präsentiert.

„Wenn es hart auf hart kommt, muss man zu seiner DNA zurückkehren“, erläuterte Staal diesen Schritt. „Wir stehen für gesunde Lebensmittel, tun Gutes für Mensch, Tier und Natur und für unsere Yoghurt Barn-Familie“.

Die Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens zielt darauf ab, den CO2-Fußabdruck für jeden Gast zu messen, zu reduzieren und auszugleichen. Staal führte aus, dass dies ein Schwerpunkt sei, der den Menschen gefällt. Und das wiederum wird entscheidend dafür sein, die Loyalität der Kunden zu erhalten. „Die Leute verbringen mehr Zeit mit uns und fühlen sich gut dabei. Ich denke, letzteres ist für ein Food-to-Go-Geschäft unerlässlich. Natürlich ist es wichtig, dass Ihr Angebot zu Ihrer Umgebung passt und Sie wissen, was Ihren Kunden wichtig ist.“

„Es hilft nicht, frisch und gesund anzubieten, wenn Sie auf einem Vorplatz stehen und Ihre Hauptzielgruppe Lkw-Fahrer sind – die erwarten ein anderes Frühstück als Studenten oder Menschen, die in der Stadt arbeiten. Ihr Angebot muss zu Ihrer Umgebung passen und auf Ihre Kunden eingehen“, erläuterte Benjamin Nothaft.

„Überlegen Sie sich, wo Sie stehen, welche Kunden Sie bereits haben und mit welchem Angebot Sie sie ansprechen. Und dann überlegen Sie, welche neuen Kunden Sie gewinnen möchten“, war seine Empfehlung.

Viel Erfahrung im Food-to-Go-Geschäft hat Scotmid, eine Genossenschaft, die 188 Lebensmittelgeschäfte betreibt. Das Food-to-Go-Angebot ist Treiber bei der Kundenfrequenz und dem Gesamtumsatz – in den erfolgreichsten Geschäften bis zu 35 %.

Die Genossenschaft hat ihr Angebot in den letzten Jahren enorm erweitert, von Baguettes und Salaten, die täglich frisch im Geschäft angerichtet werden, bis hin zu warmen Mahlzeiten, die auf Bestellung zubereitet werden.

„Bei einem so großen Wettbewerb auf dem Markt muss alles, was wir anbieten, nicht nur so frisch wie möglich sein – das bedeutet, dass es auf Bestellung zubereitet wird -, sondern es muss auch eine Qualität haben, auf die wir stolz sein können, zu einem Preis, der wettbewerbsfähig ist, und vor allem muss es in allen Geschäften einheitlich produziert werden“, erklärte Dannie Scobie von Scotmid.

„Bei warmem Essen kann man die Verkaufszahlen ankurbeln, wenn man es richtig macht. Aber schon mit dem kleinsten Fehler werden Sie die Kunden abschrecken“, sagte er. „Wie Sie kochen und wie Sie das Essen warmhalten, ist entscheidend.“

Scotmid verwendet RATIONAL Combi-Dämpfer, um Qualität und Standardisierung in den Geschäften zu erreichen. So ermöglicht es der iCombi Pro, mit nur einem Gerät verschiedene Lebensmittel zuzubereiten. Da kommen Frühstück und Mittagessen auch schon mal gleichzeitig auf den Tisch.

„Wir wissen aus Erfahrung, dass eine Gerätegröße nicht für alle passt“, fügte Scobie hinzu und bemerkte, dass sich bestimmte Produkte in Innenstadtlagen besser verkaufen als in Nachbarschaftsläden. „Ich empfehle jedem, sich die Zeit zu nehmen, um seine Kunden und seine Aufgaben zu verstehen, bevor er sich für ein Sortiment entscheidet“, so Scobie weiter.

Mehr erfahren:

Auf der Webseite „Unlocking new growth opportunities in food-to-go“ können Sie mehr von den Experten zu diesem Themenkomplex erfahren und sich zum nächsten Webinar am 6. August anmelden. In der Zwischenzeit werden wir Ihnen im Anschluss an die Live-Webinare Einblicke aus Sitzung 3 und 4 geben.

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