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Choice Supermarkets: Die Neuerfindung des C-Stores

Von: Reading Time: 4 Minutes

Als Mike Forgaty vor wenigen Jahren seinen ersten Convenience-Store in Denver, Colorado, eröffnete, war das sehr mutig: Denn er hatte zwar viele Jahre Erfahrung im Bereich Food gesammelt, doch mit dem Handel hatte er bis dahin nichts am Hut. Wie sich aber mittlerweile zeigt, war es die richtige Entscheidung, denn seine Läden sind äußerst erfolgreich. Auch, weil Forgaty quasi jeden Tag eine neue Idee hat. KTCHNrebel traf ihn auf dem Expert Summit Retail von RATIONAL und konnte ein ausführliches Interview mit ihm führen.

Der Nachbarschaftsmarkt – der Laden für den täglichen Bedarf

 

KTCHNrebel (KR): Welcher Grundgedanke steckt hinter Choice?
Mike Forgaty (MF):In erster Linie ist Choice ein Nachbarschaftsmarkt. Hier bekommt man alles für den täglichen Bedarf wie frisches Obst und Gemüse, Getränke und Lebensmittel. Dazu lassen wir ein Netzwerk an kleinformatigen Geschäften entstehen, die die Nahversorgung oder – anders ausgedrückt – die letzte Meile zum Kunden sicherstellen. Wir möchten die Verbraucher da treffen, wo sie sind, und ihnen die gewünschten Produkte über den von ihnen bevorzugten Kanal anbieten.

KR: Wo trifft man denn auf einen Choice Store?
MF: Im Moment findet man uns in Denver, aber die Expansionspläne für Nashville und Austin stehen bereits. Choice findet man aber nicht nur als Brick-and-Mortar-Store, sondern ebenso als Bestellplattform. Wir möchten unseren Kunden ein einzigartiges Multi-Channel-Einkaufserlebnis bieten.

KR: Wie sieht denn die Zielgruppe aus?
MF: Das Konzept richtet sich vor allem an die Gen Z und Millenials. Die sind in diesen Städten stark vertreten und geben den Ton an. Es sind kluge und gebildete Kunden vor allem aus dem IT-Bereich, die vor Ort arbeiten. Sie haben ein großes Interesse an lokalen, Bio-, veganen und pflanzenbasierten Produkten.

 

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„Frictionless shopping“ im digitalisierten C-Store

KR: Was unterscheidet Choice von anderen Supermärkten oder C-Stores?
MF: Wir nennen es “frictionless shopping”, übersetzt heißt das so viel reibungsloses Einkaufen und das gleich in mehreren Dimensionen. So bieten wir das Omnichannel Shopping für die digitale Generation mit Click & Collect, Pick up und E-Delivery, auch mit umweltfreundlichen Robotern. Sie müssen auch nicht mehr an der Kasse anstehen, denn Sie können bei uns mit der Choice-App einchecken, die Waren in den Einkausfskorb legen und Kameras scannen Ihren Einkauf. Sie verlassen einfach den Laden und erhalten bereits nach wenigen Sekunden Ihren Bon. Ohne nerviges Warten an der Kasse wird ein Besuch bei Choice von Anfang bis Ende ein reibungsloses Shopping-Erlebnis.

KR: Sie haben Ihr Konzept auf verschiedene Store-Formate adaptiert. Wie sieht das im einzelnen aus?
MF: Im Moment haben wir vier Formate: Als erstes den Urban Market mit 300 bis 500 m2 im Erdgeschoss von Gebäuden mit Mischnutzung wie Büros und Wohnungen oder von Mehrfamileinhäusern. Als Zweites betreiben wir sogenannte Transit Center: Das sind ca. 400 m2 große Standorte mit Tankstelle, Ladestation, Fahrrad- und Roller-Verleih. Hier befinden wir uns in verkehrsreichen Gebieten mit einer dichten Besiedelung. Als Drittes sprechen wir vom Choice Mini-Mart, einem kassenlosen Mikromarkt in Krankenhäusern, Flughäfen, Bahnhöfen und auf dem Universitätsgelände. Und als Letztes nutzen wir Automaten, die mit künstlicher Intelligenz arbeiten und in Büros, Krankenhäusern und Universitäten stehen.

KR: Noch sind Sie ein relativ kleiner Anbieter auf dem Markt. Befürchten Sie nicht manchmal, dass die Großen Ihre Ideen klauen?
MF: Wir sind zwar klein, aber gerade dadurch extrem wendig und anpassungsfähig. Wenn bei uns jemand eine Idee hat, können wir die gleich umsetzen und müssen keine langen Abstimmungswege hinter uns bringen. Bei großen Supermarktketten dauert es von der Idee bis zur Umsetzung gut und gerne ein Jahr, da können wir wesentlich schneller auf Trends reagieren.

Exterior view of Choice Market in Colfax

Image: Choice

KR: Wie sind Sie überhaupt auf die Idee für Choice gekommen?
MF: Als Student war ich für ein halbes Jahr in Barcelona. Vom ersten Tag an war ich begeistert von den kleinen Lebensmittelgeschäften mit ihrer hochwertigen Auswahl und dass sie gleich in der Nachbarschaft waren. Die Spanier essen ganz anders als die Amerikaner, da wird jeden Tag frisch eingekauft. So was wollte ich auch in den USA haben.

KR: Und woher holen Sie sich Ihre Ideen für morgen?
MF: Ideen und Anregungen hole ich mir auf Messen und Events, so wie jetzt hier beim Expert Summit. Sicherlich gibt es hier wieder viel Neues zu entdecken und ich kann mich mit anderen aus der Branche austauschen.

KR: Was zeichnet einen Nachbarschaftsmarkt aus?
MF: Choice verbindet moderne Technologie mit einem Treffpunkt für die Nachbarschaft, wenn man möchte. Viele unserer Kunden kommen täglich vorbei, einige immer zur selben Zeit. Da lernen sich die Leute nach einer Weile kennen. Ich habe sogar die Idee, mal Date Nights in den Supermärkten zu veranstalten.

Young man ordering food at Choice

Image: Choice

 

Frisch zubereitet aus dem C-Store

KR: Neben Lebensmitteln bieten Sie auch frisch zubereitetes Essen an. Was steht auf der Speisekarte?
MF: Auf der Speisekarte haben wir saisonal wechselnde Gerichte, wie etwas Hühnchen im Parmesanmantel mit Spaghetti oder Salat mit gebratenen Möhren, roter Bete und Thousand-Island-Dressing. In einem Laden möchte ich jetzt veganes Sushi und Ramen anbieten. Und dann bekommt man natürlich individuell zusammengestellte Smoothies bei uns.

KR: Haben Sie bestimmte Regeln, nach denen das Essen zubereitet wird?
MF: Oberstes Ziel ist so nachhaltig wie möglich zu arbeiten. So sollen in der Küche keine Lebensmittelabfälle anfallen, arbeiten wir zu 80 % mit regionalen Lieferanten zusammen und wird immer das verwendet, was gerade im Laden zu finden ist. Für manche Kunden ist das dann auch eine Anregung, sich die Lebensmittel mitzunehmen und mal wieder selbst zu kochen.

 

view at the order desk for freshly prepared food at Choice

Image: Choice

 

Die Küche – der Dreh- und Angelpunkt für Qualität und Auswahl

KR: Und wie bereiten Sie das alles zu?
MF: Wir haben eine Zentralküche mit bis zu 10 Mitarbeitern. Von dort wird in die Stores ausgeliefert. Das frisch zubereitet Essen kann direkt vor Ort verzehrt werden. Oder Sie nehmen sich was mit nach Hause oder ins Büro.

KR: Welche Ansprüche haben Sie denn an Ihr Küchenequipment?
MF: Mein Ziel ist es, dass die Küche auf dem gleichen hohen Niveau ausgestattet ist wie die Stores mit intelligentem Bezahlsystem oder Lieferung durch den Roboter. Ich habe mit vielen Chefs in Denver gesprochen und mich letztendlich für Combi-Dämpfer von RATIONAL entschieden. Da bin ich flexibel, was die Zubereitung angeht. Schließlich wechsele ich vier Mal im Jahr die Speisekarte. Und die Geräte sind auf einem unheimlich hohen technischem Niveau.

KR: Und wie sehen die Zukunftspläne aus?
MF: Choice soll wachsen. Deshalb schauen wir gerade, wie wir auch in anderen Städten erfolgreich sein können. Und wir werden noch intensiver auf die Kundenwünsche eingehen: So kann man in unseren Geschäften beispielsweise über einen QR-Code hinterlassen, welche Produkte wir dauerhaft in Sortiment aufnehmen sollen.

KR: Mr Forgaty, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.

Hier findest Du weitere Informationen zum RATIONAL’s Expert Summit Retail  in englischer Sprache.

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