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Businesscase für pflanzenbasierte Burger

Von: Lesezeit: 3 Minuten
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Vegane Burger, die wie „echt“ aussehen, schmecken und brutzeln, bescheren Restaurantbetreibern einen echten Boom. Dank der sinkenden Kosten und Verbrauchern, die ihren Fleischkonsum immer mehr verringern möchten, wird das Geschäft immer attraktiver.

Als die kanadische Fast-Food-Kette A&W ihre Speisekarte um pflanzliche Burger erweitert hat, waren diese an mehreren Standorten am ersten Tag ausverkauft und einige Restaurants verkündeten, mehr vegane Beyond Burger als Rindfleischburger verkauft zu haben.

Image: Impossible Foods

Seit die amerikanische Gourmet-Burger-Kette  Umami Burger 2017 den Impossible Burger eingeführt hat, hat er sich zum Umsatzbringer Nummer Eins im gesamten Unternehmen entwickelt, der inzwischen für ein Drittel aller verkauften Burger verantwortlich ist.

Noch dramatischer ist es in Finnland, wo der Verkauf der Burgerkette Bun2Bun um 400 % stieg, als das Unternehmen sich entschieden hat, alle Rindfleischburger zu Gunsten eines ausnahmslos veganen Angebots, in dessen Mittelpunkt der Beyond Burger steht, aus dem Sortiment zu nehmen.

Und das ist nur die Spitze des Eisbergs Pflanzliche Burger, die wie ihr echtes Pendant aussehen, schmecken, brutzeln und sogar bluten, fliegen buchstäblich aus den Supermarktregalen in Europa, den USA und Asien, seit sie 2016 erstmals auf den Markt gekommen sind. Diese umweltfreundlichen Patties, die mit einem Bruchteil der Umweltauswirkungen von Fleischburgern produziert werden, sprechen nicht nur Veganer und Vegetarier an, sondern erfreuen sich darüber hinaus wachsender Beliebtheit bei Verbrauchern, die sich als Flexitarier bezeichnen.

Gegenwärtig versuchen 39 % der Amerikaner mehr pflanzliche Lebensmittel in ihre Ernährung einzubinden, wobei die Millenials diesen Wandel vorantreiben. Laut einer Studie von Nielsen aus dem Jahre 2017 essen 30 % täglich und 50 % ein paar Mal in der Woche Fleischalternativen.

Marketing-Hype

Image: Impossible Foods

Laut Sascha Barby, Senior Director von Global Culinary Experts bei Rational, macht der Marketing-Hype der fleischlosen Burger sie für Restaurantbetreiber finanziell attraktiv,

obwohl der Preis von pflanzlichen Burgern und hochwertigen Fleisch-Patties derzeit ungefähr derselbe ist. „Pflanzliche Burger lassen sich preiswert vermarkten, weil sie neu auf dem Markt sind und da sie Fleisch imitieren und unsere Geschmacksknospen manipulieren, wecken sie bei vielen Begeisterung“, meint er. Er empfiehlt Köchen, pflanzliche Burger zum selben Preis wie Fleischburger zu verkaufen, um den Wert des Produktes zu verdeutlichen.

Better Buying Lab des World Resources Institute hat in den letzten beiden Jahren die Sprache untersucht, die funktioniert, um den Verkauf einer Speisekarte mit einem hohen Anteil an pflanzlichen Gerichten voranzutreiben, und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass Ausdrücke wie „fleischlos“, „vegan“ und „vegetarisch“ sowie „fettarm“ bei der erfolgreichen Vermarktung dieser Produkte tunlichst vermieden werden sollten.

Stattessen sollte man die Herkunft der Produkte hervorheben, auf ihren Geschmack aufmerksam machen und betonen, wie sie aussehen und sich anfühlen.

Image: Rational AG

Kosten senken

Hersteller von pflanzlichen Burgern produzieren ihr Patties derzeit in relativ geringen Mengen. Wenn sie ihre Produktion jedoch steigern und die Kosten sinken – während die Verbraucher sich zugleich immer bewusster werden, welche Auswirkungen ihr Fleischkonsum auf ihre Gesundheit, die Umwelt und das Wohlergehen der Tiere hat – wird es immer attraktiver, fleischlose Burger auf die Speisekarte zu setzen.

Impossible Foods, die ihren pflanzlichen Burger gegenwärtig für 13,95 $ verkaufen, konnten ihre wichtigsten Kosten 2017 um 40 % senken und haben sich vorgenommen, den Preis für ihr Produkt unter den von Safeways 80/20-Hamburgerfleisch zu bekommen.

Kein Wunder also, dass Lux Research pflanzlichen Proteinen einen Marktanteil von ein Drittel im Jahre 2054 voraussagt.

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