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Restaurants im Lockdown: Gericht zeigen

Von: Lesezeit: 4 Minuten
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Umsatz machen, den eigenen Laden in den Köpfen und Herzen der Gäste halten und den Mitarbeitern eine Perspektive geben – davon träumen wohl derzeit alle Gastronomen. Die Lösung: Markenprodukte verkaufen – und zwar die eigenen! Den eigenen Laden selbstbewusst als Marke zu begreifen, auch und gerade jenseits der Systemgastronomie, ist angesagt wie nie.

Ein Shop, sei es im Internet oder vor Ort, ist die perfekte Möglichkeit, diese Marke zu formen und zu kommunizieren – auch um nicht einer unter vielen zu sein, wenn die Gastronomie wieder geöffnet hat. Kein Wunder, dass das Thema Merchandising zunehmend in den Fokus rückt, wie die Experten der Plattform Trendhunter festgestellt haben: „Restaurant bringen zunehmend Private-Label-Produkte heraus“, melden die Trendforscher. Was früher bestenfalls eine Randerscheinung und ein gern mitgenommenes Zusatzgeschäft war, mausert sich in Zeiten von Corona zum Hoffnungsträger einer ganzen Branche.
Und die zeigt Fantasie. Die Möglichkeiten, die eigene Marke in Umlauf zu bringen, sind schier unendlich. Hamburger und Hoodies, Kaffee als Getränk und Kaffee in Bohne, Kaffeetassen und Kuchen und selbst gemachte Feinkost für die heimische Vorratskammer – durchaus nicht nur direkt Verzehrbares, sondern auch Dinge, die bleiben und den Gedanken an das Restaurant wach halten.
Immer noch hoch im Kurs ist der Klassiker T-Shirt. Ein Beispiel sind die fantasievoll bedruckten Künstler-Shirts des Londoner Pasta-Konzepts Pastaio, die italienische Lebensfreude vermitteln und Geld in die Kasse eines Hilfsfonds für Mitarbeiter spülen. Aber auch Pasta und Saucen kann man im Shop bestellen.

 

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Die kanadische Kette Hooters, bekannt für Seafood, Wings und Burger, bringt unter anderem das knappe Outfit seiner attraktiven Servicekräfte, der Hooters Girls, in Umlauf – neben vielen andere Kleidungsstücken und Souvenirs. Sogar eine eigene Spirituosenlinie ist erhältlich.

 

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 Ordentlich Pep in den Corona-gebeutelten Alltag bringen die würzigen Kreationen aus dem Momofuko wie Gewürzsalze, Sojasauce und Chili-Öl. Das gehobene Asia-Konzept von Starkoch David Chang mit aktuell elf Filialen in den USA, Sydney und Toronto hat aber auch typische Merchandising-Items wie Caps, Shirts und To-go-Becher im Sortiment.
Was auffällt: Der Übergang zwischen Take-Away und Merchandising verschwimmt. Auch das klassische Mahlzeitensortiment wird gebrandet. Individuelle Kombi-Angebote mit originellen Namen machen das Angebot einzigartig. Ein Beispiel sind die auf 3000 Stück limitierten „Kehrwieder-Pakete“ mit Köstlichkeiten von großen und kleinen Marken der Hamburger Food-Szene, darunter Tim Mälzers Bullerei und das Salt & Silver, deren Erlös an einen Gastro-Hilfsfond ging – Solidarität at its best! Analog bietet bietet jetzt das Kult-Restaurant Nobelhart & Schmutzig mit dem Kombi-Angebot „Berliner Fenster“ einen bunten Strauß lokaler Produkte von Koriandersaatöl bis zum Kondom. Dass dabei die eigene Ware dennoch gefragt bleibt, zeigt ein Eintrag auf der Website: Aktuell sucht das Nobelhart & Schmutzig für seinen Shop eine weitere Küche mit Lager und Verkaufsfenster!
Keine Frage: Gemeinsam ist man stärker und Regionalität und Solidarität kommen bei den Gästen gut an. Diese Erfahrung machten auch die Betreiber der Kult-Location De Republiek im westflämischen Brügge: Die beliebten „Wochenend-Einkaufsbeutel“, Drei-Gänge-Menüs für daheim, wurden stets mit Zutaten lokaler Partnerbetriebe produziert; zudem war das Lokal zeitweise Abhol- und Auslieferstation für Waren des Bio-Ladens Boer Bas sowie des Bio-Markts Lokaalmarkt Brugge. „Momentan machen wir eine Take-Away-Pause, aber wenn die Restaurants wieder geöffnet haben, werden wir wieder eine Anlaufstation für Boer Bas und Lokaalmarkt Brugge sein. Der Markt liegt ein bisschen außerhalb. Über uns können auch Kunden hier im Stadtzentrum die Waren beziehen“, erzählt Koordinator Stijn Van Wynsberghe.

How to improve Restaurant Branding

Image: Femke Den Hollander

Neben dem Angebot selbst ist die Präsentation entscheidend. Wenn auch Abholung vorgesehen ist, wird dabei gerne ein Verkaufsfenster genutzt, das mit ansprechender Deko Atmosphäre vermittelt. Praktisch ist es auch, wenn ohnehin ein Verkaufsregal zum Inventar gehört, wie im Kaffeehaus im oberbayerischen Puchheim, wo Gäste beim Abholen ihrer Bestellungen gleich noch Kaffeebohnen und Equipment mitnehmen können. Ganz wichtig werden jetzt auch die Transporttüten, transportieren sie doch neben den Waren auch das Image der Location. Von der schlichten braunen Papiertüte mit dezentem Restaurantlogo wie sie De Republiek verwendet bis zur leuchtend bunten Hooters-Plastiktüte ist alles möglich!

Drei Fragen an Selim Varol, Geschäftsführer des Burger-Spezialisten What‘s Beef in Düsseldorf, Frankfurt/ M. und Hamburg:

Merch and Branding für Restaurants

Selim Varol | Image: Mertphoto.com

Wie hat sich die Nachfrage in der Krise geändert und was bringt im Lockdown besonders viel Umsatz?

Nicht nur die Nachfrage, sondern auch unsere Speisekarte hat sich den Umständen angepasst. Wir haben zum Beispiel einige Burger, die für den Transport nicht geeignet sind, aus dem Sortiment genommen. Unser Produkt schmeckt einfach am besten, wenn es frisch vom Grill verzehrt wird. Jede kleinste Verzögerung hat da leider einen negativen Beigeschmack, sowohl für uns als Lieferant als auch für den Kunden. Klar wissen viele über die Abstriche Bescheid, die man bei einem gelieferten Burger machen muss, aber leider nicht alle.

Wurde das Shop-Sortiment erweitert oder geändert?

Am Merchandise-Shop haben wir nicht viel geändert, aber wir bereiten in Zusammenarbeit mit unserer Agentur einige neue Artikel für den hoffentlich bald anstehenden Relaunch vor – zum Beispiel den bunten Burgerball! Beim Online-Shop für unsere Speisen gibt’s schon jetzt einen Neustart, mit einem neuen Anbieter. Nach dem Lockdown kommen je zwei neue Special-Burger, Beilagen und Shakes, die wir leider noch nicht verraten können …Wir sind gespannt auf die Entwicklung der Umsätze!

wie man eine Marke für Restaurants entwickelt die Umsatz generiert

Image: What’s Beef

Welchen Umsatzanteil haben jeweils Shop und Speisen aktuell? Welchen Anteil des klassischen Gesamtumsatzes kann der Shop derzeit ersetzen?

Der Shop macht maximal fünf Prozent des Umsatzes aus. Hier geht es auch mehr um Marke und Marketing, als ums Geldverdienen. Dieses Geschäftsmodel funktioniert auch nur, wenn Sie als Marke laut sind und Ihre Zielgruppe mit Produkten und Designs richtig angesprochen wird. Der Gewinn besteht einzig und allein in der Präsenz und dem Wachstum der Marke.

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