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4-Tage-Woche: Diese Restaurant-Kette sorgt für Wo(r)k-Life-Balance

Von: Lesezeit: 3 Minuten
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Das Schicksal der Gastronomie scheint zunehmend am unterbesetzten Fachkräfte-Faden zu hängen. Im Ringen um Mitarbeiter hält eine ganze Branche den Atem an, dabei könnte die Lösung im Umdenken von Arbeitszeitmodellen liegen. Einer der Stars am Fast-Casual-Himmel stellt seinen Mitarbeitern die Einführung der 4-Tage-Woche in Aussicht und sich damit der personellen Schicksalsfrage.

Shaking things up: QSR-Restaurant-Kette erwägt 4-Tage-Woche

Vor rund 14 Jahren eröffnete im Herzen des Madison Square Parks ein kleiner Hotdog-Stand. Rund ein Jahrzehnt später kürt das Time-Magazine seinen Betreiber Danny Meyer zu den 100 erfolgreichsten Menschen der Welt. Seine auf diesem unscheinbaren Stand begründete Burger-Systemgastronomie Shake Shack bedroht selbst Giganten wie McDonalds oder Burger King. Das Geheimnis des Shake Shack-Erfolgs liegt zum einen im Fast-Casual-Prinzip, bei dem frische und gesündere Produkte auf schnellen Service treffen. Zum anderen löste Meyer eine einst unlösbare Gleichung: Die QSR-Burger-Läden vereinen Fast Food mit Feel Good-Ästhetik und garnieren mit gutem Gewissen.

Fachkräftemangel 4 Tage Woche

Die Unternehmenspolitik der global expandieren Restaurant-Kette gilt insgesamt als progressiv, die zugehörige Personalpolitik ist dabei nicht unumstritten.

So geriet Meyer bereits in die Kritik, weil er die Abschaffung von Trinkgeldern anstrebte oder Mitarbeiter mit Apple-Watches ausstatte, die zu schnellerem Service animieren sollten. Doch selbst der von vielen als Revolutionär der Fast-Food-Welt gefeierte Gastronom kann sich einem der größten Probleme nicht entziehen: Mitarbeiter sind heute begehrte Mangelware. Die Gastronomie steht mit dem immensen Fachkräftemangel vor einer beträchtlichen Herausforderung – Employer Branding und die Notwendigkeit, gefundene Mitarbeiter zu halten, werden zum unbedingten Gebot. Shake Shack zieht Konsequenzen aus dem Fachkräftemangel der Gastronomie und setzt sich mit der Work-Life-Balance auseinander: Das QSR-Konzept erwägt den Sprung in die 4-Tage-Woche.

Fachkräftemangel: Eine gastronomische Gretchenfrage

Der Fachkräftemangels ist eine globale und in allen Sparten der Gastronomie vertretene Problematik. Rund 37 Prozent der Mitglieder der US-amerikanischen National Restaurant Association erklärten die Rekrutierung neuer Mitarbeiter (labor recruitment) im letzten Jahr zur schwierigsten Aufgabe. Ähnliche Ergebnisse zeigte eine Tripadvisor-Befragung unter deutschen Hoteliers und Gastronomen: Hier benannten 70 Prozent den Fachkräftemangel als dringlichste Herausforderung. Allein in der deutschen Systemgastronomie stehen derzeit rund 5.000 Stellen offen. Eine Erhebung in UK kam zu dem Schluss, dass hier bis 2020 etwa 11.000 Köche fehlen würden.

Fachkräftemangel 4 Tage Woche

Von den befragten Gastronomiebetrieben gaben zudem 64 Prozent an, dass sie nicht genügend Bewerber mit passender Befähigung fänden. Das Problem liegt also nicht allein im Mangel an Fachkräften, sondern auch im Mangel an Ausbildung und Fähigkeiten.

Wenig zuträglich ist an beiden Fronten ein negativ behaftetes Image, das hohe Belastung und lange wie unregelmäßige Arbeitszeiten in der Gastronomie zu einer Art Naturgesetz erklärt. Über einen längeren Zeitraum gehen diese Faktoren zulasten von Körper und Psyche, setzen aber auch dem sozialen Leben zu. Ausreichende Work-Life-Balance wird eben zum schwierigen Unterfangen, wenn sich Arbeitszeitmodelle und Urlaubsmöglichkeiten nach Wünschen und Freizeit der Gäste richten. Die erschwerte Suche nach Mitarbeitern und qualifiziertem Nachwuchs für Gastronomie-Jobs definiert akuten Handlungsbedarf: Employer Branding muss lernen, die positiven Anreize zu betonen, aber auch weitere zu schaffen. Ein Weg könnte es sein, bei der Gestaltung von Arbeitszeiten in der Gastronomie neue Wege zu bestreiten. Die 4-Tage-Woche trägt das Potenzial, die personelle Schicksalsfrage zu beantworten.

Shake Shack Fachkräftemangel 4 Tage WocheVon entlasteten Mitarbeitern und glücklichen Gästen

Die 4-Tage-Woche wäre eine große Chance für eine Branche, die am Ruf hoher Belastung krankt. Denn selbst gute Löhne für sichere Arbeitsplätze mit hoher Wertschätzung könnten nur locken, wenn das Privatleben nicht zur Randnotiz verkommt. Die Reduktion der Arbeitszeit in einer 4-Tage-Woche schafft Raum für mehr Work-Life-Balance und glücklichere Mitarbeiter. Dass diese Gleichung auch aus unternehmerischer Sicht aufgehen kann, wird häufig nicht wahrgenommen, da sie keine berechenbare Wirkung mit Sofort-Effekt zeigt. Für Gastronomen, die Mitarbeiter halten und finden wollen, indem sie Arbeitszeitmodelle hinterfragen, sind sie dennoch spürbar.

Glückliche und entspannte Mitarbeiter sind motivierter und haben damit unbestreitbar positive Effekte auf Gäste und Unternehmen. In dieser angenehmen Atmosphäre erhöht sich die Kundenbindung, die letztlich zu höheren Umsätzen führt. Wer sich noch nicht an diese zugegebenermaßen nicht unerhebliche Veränderung zur 4-Tage-Woche gewöhnen kann, hat jedoch andere Möglichkeiten. Positive Effekte durch verbesserte Arbeitszeitmodelle lassen sich im Zweifelsfall auch mit „kleineren“ Mitteln realisieren.

Shake Shack Fachkräftemangel 4 Tage Woche

Teilzeitkräfte, Jahresarbeitszeitkonten, versetzte Dienstarbeitszeiten oder die schlichte, doch konsequente Einbindung von Personal in die Dienstplanung tragen zur Entlastung bei.

Mit seinen Filialen in der Glitzerstadt Las Vegas folgt Shake Shack nun dem Beispiel der Sterneküche des Maaemo in Norwegen, dem 21212 in Edinburgh und den Aloha Hospitality-Filialen Alabamas. Sie alle versuchen Mitarbeiter zu halten und zu finden, indem sie die Arbeitszeit reduzieren. Vor dem Hintergrund sinkender Ausbildungszahlen und des Fachkräftemangels braucht es diesen akuten Aktionismus. Lösen sich Gastronomen von alten Denkmustern zum Arbeitszeitmodell, könnten nicht nur Mitarbeiter auf den Geschmack der 4-Tage-Woche kommen.

 

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