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Die neue Ära kann beginnen

Von: Lesezeit: 4 Minuten
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Mit ihrem Haus in Paris wagen die 25hours Hotels den ersten Schritt in den nichtdeutschsprachigen Raum. CEO Christoph Hoffmann erzählt über weitere Expansionspläne und darüber, wie es gelingt, die eigene DNA zu bewahren.

Der Pariser Gare du Nord, also der Bahnhof Paris-Nord, ist der am meisten frequentierte Bahnhof Europas, weltweit der drittgrößte. Abgesehen davon besticht dieser durch eine spektakuläre Fassade. Genau auf diese Fassade blickt man in naher Zukunft aus dem neuesten Streich der Erfolgsschmiede der 25hours-Hotels-Gruppe. „Paris ist vielleicht am Ende des Tages das ambitionierteste Projekt in diesem Jahr. Der door opener für eine neue Ära, da sonst alle Häuser bisher im deutschsprachigen Raum sind“, erzählt Christoph Hoffmann und man hört die Freude in seiner Stimme. Kein Wunder, wird das 25hours Hotel Terminus Nord ausgerechnet in seiner erklärten Lieblingsstadt eröffnet. Doch dem kreativen Kopf dieser extravaganten Hotels ist durchaus klar, dass man sich damit auf ein ganz neues Bankett begibt, weg von der sicheren und erprobten Fläche im deutschsprachigen Raum. „Paris ist eine der schönsten Städte der Welt und die Grande Dame, diese Metropole hat nicht gerade darauf gewartet, ein 25hours Hotel zu haben“, sagt Hoffmann ehrfürchtig, aber auf keinen Fall eingeschüchtert.

Warum auch? In gewohnter Manier wird sich zur Stadt, zur Gegend und zur Immobilie eine Story überlegt, auch wenn das Storytelling in diesem Fall besonders wichtig war. „Wir ziehen in eine sehr alte Immobilie ein, die schon seit vielen Dekaden ein Hotel ist und sehr kleine Zimmer hat. Hier mussten wir mit viel Charme und Originalität ausgleichen“, beschreibt der CEO die Situation. Daher greift man bei der Geschichte auf die 20er-Jahre zurück. Man reist in die Zeit der Sapeuristen, einer kongolesischen Dandy-Bewegung, die sich in dieser Zeit in Paris niedergelassen hatte. Haya Molcho mit ihrem Neni ist wieder mit dabei und in der Endphase wird das Haus satte 235 Zimmer offerieren. „Wir eröffnen in zwei Phasen. Die ersten 120 Zimmer im Oktober, die restlichen im Frühjahr 2019.“ Und noch etwas ist anders in Paris. „Es ist auch unser erster Management-Vertrag, bisher haben wir nur Pachtverträge unterschrieben. Diesmal spielt das Verhältnis zu den Eigentümern eine andere Rolle. Wir mussten unsere Marke anders präsentieren“, lässt Christoph Hoffmann wissen und verrät auch, dass er im Herbst selbst für ein paar Monate in die Stadt der Liebe ziehen wird, aus sehr unromantischen Gründen: „Um sicherzugehen, dass wir bei dem Hotel alles richtig machen.“

Neues und Altbewährtes

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Image: Andrea Diglas

Paris ist nur der erste Schritt hinaus aus der deutschsprachigen Welt der 25hours Hotels. In zwei Jahren folgen Florenz und Dubai und für diese beiden Projekte ist derzeit die heiße Phase im Gange. „Jetzt werden gerade die wichtigen Entscheidungen getroffen. Es geht darum, ob es tolle Hotels werden oder nicht“, erzählt Christoph Hoffmann und beschreibt gleichzeitig auch eine der intensivsten Zeiten für seinen Part. „Ich war gerade eine Woche lang jeden Tag auf je zwei griechischen Inseln, um eines der gastronomischen Konzepte für Dubai zu finalisieren.“ In dem Hotel in den Emiraten soll eine griechische Taverne aufs Dach kommen und eine ähnliche Liaison aufgebaut werden, wie die Unternehmensgruppe es mit Haya Molcho geschafft hat.

Wenn man noch weiter in die Zukunft blickt, sieht man nach São Paulo und Melbourne und hofft darauf, auch bald in London und Kopenhagen Fuß fassen zu können. Und dann gibt‘s auch noch die Projekte, die – wie es Hoffmann entspannt nennt – dazwischenkommen. Projekte, die an Orten entstehen, wo die 25hours Hotels schon sesshaft sind. „Das sind Städte wie Zürich, Wien, Hamburg oder Berlin, wo wir begonnen haben. Dort, wo wir uns wohlfühlen, wir unsere DNA finden und geprägt wurden.“ Also dann doch auch: back to the roots.

Weltoffen
Der CEO der 25hours Hotels Christoph Hoffmann ist ein viel beschäftigter Mann. Zurzeit reist er von einer Destination zur nächsten, um die Projekte in Florenz und Dubai voranzutreiben, die für 2020 geplant sind. Zusätzlich fiebert er der Eröffnung des 25hours Hotel Terminus Nord im Oktober in Paris entgegen, des ersten Hauses im nichtdeutschsprachigen Raum. Und auch in Zukunft wird fleißig expandiert, geplant ist São Paulo, Melbourne und die Wunschdestinationen London und Kopenhagen. Der Konzern wurde 2005 gegründet, seit rund eineinhalb Jahren ist die Accor-Gruppe mit einem 30- prozentigen Anteil mit an Bord und bietet ein unglaubliches Netzwerk.

Expansion, wohin man sieht

Es brodelt in der Werkstatt der 25hours-Hotels-Gruppe. Zwei neue Standorte, einer in Düsseldorf, der andere in Köln, wurden erst kürzlich fast gleichzeitig eröffnet. Das Haus in Frankfurt, eines der ersten 25hours Hotels, wurde nicht nur vergrößert, sondern hat durch den Auszug der Marke Levi Strauss eine ganz neue Geschichte verpasst bekommen. Die Zusammenarbeit zwischen der 25hours-Gruppe mit Accor, die vor gut eineinhalb Jahren begann, indem Accor 30 Prozent der Anteile übernommen hat, gestaltet sich hochspannend.

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Image: Stephan Lemke

So ist zum Beispiel das Hotel in Dubai ein Gemeinschaftsprojekt, weitere sind in Planung. „Wir sind gerade gemeinsam am Recherchieren, wie wir die globale Aufstellung Accors so gerichtet bekommen, dass es auch für 25hours Sinn macht“, erzählt Christoph Hoffmann. Denn die Pipeline von Accor ist so groß, dass das Unternehmen zehn, 20 Hotels gleichzeitig machen könnte, aber: „Da sind wir im Augenblick auf der Bremse, da wir sicherstellen wollen, dass die Hotels, die wir machen, mindestens genauso individuell aufgestellt sind wie die bisherigen.“ Bei so einer Verbreitung auf verschiedensten Standorten, Ländern, ja sogar Kontinenten: Wie sehr läuft man da ohnehin Gefahr, sich selbst aus den Augen zu verlieren? Auch darüber wird im Konzern viel diskutiert und reagiert, wie der CEO wissen lässt: „Wir haben eine kleine Kernmannschaft in unserer Führung, die die DNA von 25hours am besten versteht. Diese versucht im Duo, gemeinsam mit je einem Projektmanager darauf zu achten, dass in jedes Projekt die Handschrift von 25hours hineinkommt.“ Darüber hinaus wurde vor eineinhalb Jahren „The extra hour lab“ gegründet. Ein Labor bestehend aus einer Handvoll kreativer Menschen, Hoffmann ist einer von ihnen, die darauf achten, den Häusern in der Ferne einzigartige Themen mitzugeben. „Wir verstehen dieses Lab als Sparring-Partner zu den Designern an den Standorten“, so der Expansionsverantwortliche.

Fazit: kein Grund zur Sorge, dass die 25hours Hotels ihre Einzigartigkeit verlieren. „Wir sehen uns nicht als Wachstumsmaschine, die Vollgas gibt. Sondern eher als Unternehmen, das auch in Zukunft sorgfältig wachsen soll“, bestätigt Christoph Hoffmann.

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