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Sieben außergewöhnliche Start-up-Unternehmen in der Gastronomie

Von: Lesezeit: 4 Minuten
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Trotz des äußerst schwierigen letzten Jahres halten Innovation unvermindert Einzug im Foodservice. Im Folgenden wollen wir sieben besonders eindrucksvolle Start-ups vorstellen, die man in Zukunft im Auge behalten sollte.

Aleph Farms

Das Start-up Aleph Farms, mitbegründet von der Food-Tech-Schmiede The Kitchen Hub und Professor Shulamit Levenberg vom Technion Institute of Technology in Israel, hat eine 3D-Bioprinting-Technologie entwickelt, bei der Fleischerzeugnisse durch Zellkultivierung in Verbindung mit 3D-Druck hergestellt werden. 2018 hat die Firma ihr erstes extra dünnes Steak präsentiert – eine Weltneuheit, die aber noch ohne 3D-Technologie zustande kam. Mittlerweile können mit der Bioprinting-Technologie tatsächlich lebende Zellen gedruckt werden, die anschließend im Inkubator weiter wachsen und interagieren, um die Textur und die Eigenschaften eines echten Steaks zu gewinnen. In der konventionellen Landwirtschaft dauert es zwei Jahre, um ein Steak zu produzieren. Im Labor funktioniert das in nur 3-4 Wochen – ohne dass Tiere geschlachtet werden müssen oder die Umwelt belastet wird. Um Vertrauen bei potenziellen Kunden zu schaffen, hat Aleph Farms das Beratungsteam Gen Z eingerichtet, bestehend aus jungen Verbrauchern, die sich für den Klimawandel engagieren und als Botschafter für andere gleichaltrige Gruppen fungieren sollen. Denn nicht zuletzt sie dürften den größten Teil künftiger Verbraucher ausmachen.

 

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Manna Aero

Dem schon sehr früh wachstumsstarken Unternehmen wird bereits zugetraut, einmal den Einhorn-Status als Start-up mit einer Marktbewertung von 1 Milliarde Dollar oder mehr zu erlangen. Denn Manna Aero hat sich zum Ziel gesetzt, der Zustellung per Drohne zum Durchbruch zu verhelfen und die Lieferung auf dem Landweg zu ersetzen. Das Unternehmen will mit Restaurants oder Lebensmittelmärkten zusammenarbeiten, die über ein hohes Bestellvolumen und einen kleinen Außenbereich für ein Team zur Beladung der Drohnen verfügen. Die Drohnen sind etwa so groß wie ein Computerdrucker und transportieren Mahlzeiten mit bis zu zwei Kilo Gewicht im Umkreis von gut zwei Kilometern in knapp drei Minuten. Am Zielort schwebt die Drohne so lange in der Luft, bis der Kunde die Lieferung per App annimmt, über die er zuvor bei der Bestellung auch angibt, wo genau das Essen landen soll, z. B. auf dem Rasen, einem Gartentisch oder nur in der Einfahrt. Ursprünglich wollte Manna Aero in einer Partnerschaft mit Just Eat ein Pilotprojekt am University College in Dublin starten. Wegen der Corona-Pandemie wurde dies aber verschoben.  Stattdessen half das Unternehmen in dieser Zeit dem irischen Gesundheitsdienstleister bei der Auslieferung von Medikamenten an die Gemeinden.

 

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Stockeld Dreamery

Dieses auf pflanzliche Produkte spezialisierte Start-up aus Schweden, das letztes Jahr eine Startfinanzierung von 3,25 Millionen Euro an Land geholt hat, arbeitet an der Entwicklung von ausgereifterem Käse auf Pflanzenbasis. Stockeld Dreamery wurde 2019 von dem Unternehmer Sorosh Tavakoli und der Lebensmittelwissenschaftlerin Anja Leissner gegründet. Ihr Ziel ist es, vegane Lebensmittel mit modernster Technologie und wissenschaftlichen Erkenntnissen neu zu kreieren, um sie noch schmackhafter, nahrhafter und nachhaltiger zu machen. Da sie festgestellt hatten, dass die bisherigen pflanzlichen Käseprodukte nicht richtig überzeugen – und letztlich weniger als 1 % am Käseumsatz ausmachen –, haben sie sich ganz auf dieses spezielle Marktsegment konzentriert.

Käse auf Pflanzenbasis | Image: Stockeld

Feltwood

Biologisch abbaubare Verpackungen als Alternative zu Plastik – an diesem Vorhaben beteiligt sich auch das Food-Tech-Start-up aus dem spanischen Saragossa, um umweltfreundliche Lösungen für die Gastronomie zu erzeugen. Feltwood hat eine Technologie entwickelt, mit der sich aus nicht für den Verzehr geeigneten Agrar- und Pflanzenabfällen Verpackungsmaterialien für Lebensmittel herstellen lassen. Die Verpackungen von Feltwood bestehen zu 100 % aus pflanzlichen Fasern. Und da die Produkte ohne Kunststoffe oder Bindemittel auskommen, sind sie eine echte Alternative zu herkömmlichen Verpackungsmaterialien. Aus den Materialien lassen sich u. a. Obst- und Gemüseschalen für den Lebensmittelhandel herstellen.

Karma Kitchen

Die enorm gestiegene Nachfrage nach Essenslieferungen hat den virtuellen Küchen in den letzten Jahren zu einem regelrechten Boom verholfen. Das 2018 von den Schwestern Gini und Eccie Newton in London gegründete Küchenvermietungsunternehmen hat sich explosionsartig entwickelt und konnte letztes Jahr eine Serie-A-Finanzierung in Höhe von 252 Millionen Pfund betreiben. Ihr erstes Projekt starteten die Schwestern 2014 mit Karma Cans, einem Cateringservice für Unternehmen, um dann vor drei Jahren Karma Kitchen zu eröffnen, nachdem es Schwierigkeiten gab, geeignete Räumlichkeiten für ihren Essenslieferservice zu finden. Mit Karma Kitchen wollen sie Gastronomiebetriebe in ihrer Entwicklung unterstützen, ohne dass es an der fehlenden geeigneten Ausstattung scheitert, für die üblicherweise erhebliche Investitionen erforderlich sind. Mittlerweile haben sie zwei Standorte in London und Europa für ihre Expansion im Visier.

 

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Zero Ritual Proof

Wenn die Big Player anfangen, einen Trend aufzunehmen, ist dies ein untrügliches Zeichen dafür, dass er sich durchsetzt. Letztes Jahr investierte der internationale Getränkekonzern Diageo in Zero Ritual Proof, die erste in den USA hergestellte alkoholfreie Alternative zu Spirituosen, die den Geschmack, den Geruch und das brennende Gefühl von Alkohol nachahmt – ausschließlich mit natürlichen pflanzlichen Rohstoffen. Darin bestätigt sich letztlich, was längst schon offensichtlich war: Alkoholfreie Getränke sind der prägende Trend unserer Zeit.

Gibt es alkoholfreie Alternative zu Spirituosen wie Whiskey, Vodka oder Gin?

The Ritual Lineup | Image: Zero Ritual Proof

Aktuell hat das Unternehmen aus Chicago Alternativprodukte zu Tequila, Gin und Whisky im Programm und fährt damit seit der Markteinführung äußerst erfolgreich. So konnten letztes Jahr die eigenen Prognosen um 80 % übertroffen werden, und man geht in der Firma davon aus, dass sich das Wachstum mit ähnlicher Dynamik wie bei veganen Lebensmitteln fortsetzen wird.
Alles deutet auf einen weiteren Boom in diesem Segment hin, denn angeblich will weltweit jeder vierte Verbraucher auf Alkohol verzichten. Auf dem Markt für alkoholfreie und alkoholarme Produkte dürfte daher künftig noch so mancher Anbieter mitmischen wollen.

 

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Karakuri

Was hat es mit Roboterinnovationen in der Gastronomie auf sich?

Roboterinnovationen | Image: Karakuri

Mit bekannten Namen wie Sternekoch Heston Blumenthal im Vorstand und den jüngsten Investitionen hebt sich Karakuri deutlich von den vielen Unternehmen ab, die sich mit Roboterinnovationen in der Gastronomie beschäftigen. Denn Kochroboter werden in der Branche seit Langem zukunftsweisend gepriesen. Ob bei Handgriffen am Herd oder der Zubereitung eines Cocktails – seit einigen Jahren versuchen innovative Erfinder, die Robotik in der Gastronomie zu etablieren. Das britische Start-up will diese Idee weiterführen und hat im Dezember bereits den Prototyp seines Roboterkochs DK-One vorgestellt, der in der Lage ist, eine Kundenbestellungen mit mehreren individuellen Gerichten gleichzeitig zuzubereiten. Mit seinen Neuerungen will das Unternehmen vor allem Lebensmittelabfälle reduzieren, den Kunden eine größere Auswahl bieten und so eine gesunde Ernährung fördern.

Werden Roboter und Menschen in der Gastronomie in Zukunft zusammen arbeiten?

Roboterinnovationen | Image: Karakuri

DK-One ist der weltweit erste Roboter, der in kürzester Zeit einen hohen Durchsatz an vollständig individualisierten und portionsgesteuerten Catering-Gerichten erstellen kann. So serviert er mehrere hundert Mahlzeiten pro Stunde und verarbeitet dabei verschiedenste Zutaten, ob flüssig, trocken, weich oder hart. Den Roboter will Karakuri schon nächstes Jahr bei seinen Kunden installieren und zum Einsatz bringen.

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