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Food Trends 2026: Das landet dieses Jahr auf unseren Tellern

Von: Lesezeit: 4 Minuten

Im Jahr 2026 kommt mehr Farbe auf unsere Teller, die Gerichte werden funktionaler, die Menschen flexibler. Gastroexperte Pierre Nierhaus und das Team des Food Campus Berlin zeigen, wie sich unsere Essgewohnheiten verändern, welche Food Trends 2026 dominieren und wie Gastronomen diese erfolgreich in die Praxis umsetzen.

Zugegeben, völlig Neues, Eigenständiges können wir mit den Food Trends 2026 nicht auftischen. Doch das heißt nicht, dass sich ein Blick über den Tellerrand nicht lohnt. Denn der Wandel findet statt, und zwar in jenen Küchen, Start-ups oder Laboren, wo bestehende Konzepte weitergedacht, miteinander verknüpft und umgesetzt werden.

Portraitbild von Pierre Nierhaus

Image: Joppen

Konkrete Beispiele liefern Experten wie Pierre Nierhaus. Selbst 25 Jahre in der Gastronomie tätig, arbeitet der gebürtige Düsseldorfer heute als internationaler Konzeptentwickler sowie Innovations- und Unternehmenscoach in der Hospitality-Branche. Als solcher unternimmt er regelmäßig Trendexpeditionen in dreißig Metropolen auf der ganzen Welt und veröffentlicht jedes Jahr seinen Gastro-Trendreport. „Allein in den letzten zwei Monaten war ich in Singapur, Chicago, Las Vegas, London und jetzt Malaga“, erzählt er. Was dort mehrfach auftaucht, sich weiterentwickelt und an unterschiedlichen Orten funktioniert, hat für ihn Trendpotenzial. Allerdings dürfe man Trends nicht losgelöst vom kulturellen und regionalen Kontext betrachten, warnt er. Denn Essgewohnheiten sind oft durch Kindheit, Kultur und Alltag geprägt. Und nicht alles, was in New York funktioniert, setzt sich automatisch auch in München durch.

Die wichtigsten Food Trends 2026

Pflanzenbasiert, natürlich und flexibel

Schon länger zeichnet sich eine klare Verschiebung hin zu einer pflanzenbasierten Küche ab. Neu ist hingegen, dass wir uns nicht mehr mit veganen Schnitzeln und Würsten abspeisen lassen. Statt Fleisch zu imitieren, entstehen zunehmend eigenständige Gerichte auf Pflanzenbasis. Besonders wichtig sind dabei Röstaromen und Grilltechniken, die Gemüse geschmacklich aufwerten und handwerkliches Können erfordern, erklärt Pierre Nierhaus: „Man kann nicht einfach jedes Gemüse auf den Griller legen, weil es sonst verkohlt oder matschig wird. Die Grillzeiten müssen entsprechend angepasst werden – ähnlich wie bei einem Steak.“

Nach wie vor legen Konsumenten auch Wert auf Natürlichkeit und regionale Produkte, gleichzeitig geht der Trend jedoch weg von starren Labels. Viele essen bewusster, reduzieren Fleisch, schließen es aber nicht grundsätzlich aus. „Die Leute werden flexibler und sagen immer häufiger: Ich ernähre mich überwiegend vegetarisch, aber wenn das Fleisch gut ist und nachhaltig produziert wurde, esse ich es auch“, sagt der Experte.

Halbierte Tomaten in Händen.

Image: Nicole Heiling

Snacks als Statussymbol

Einer der Food Trends 2026, der zuletzt durch die Pandemie, durch Urbanisierung und steigende Mobilität zusätzlich beschleunigt wurde, betrifft unsere Essgewohnheiten. Mittags wird immer häufiger gesnackt, während man sich abends bewusst Zeit für seine Mahlzeiten nimmt. Die Stärke der Individualgastronomen sieht Nierhaus daher weniger im günstigen Mittagstisch als im Abendgeschäft. Gleichzeitig hat auch der Snack einen Wandel durchgemacht und ist gewissermaßen erwachsen geworden. „Der ist mittlerweile gesund, der ist sexy. Da geht es nicht rein um die Versorgung. Snacks sind schon fast zu kleinen Statussymbolen geworden“, erklärt der Trendexperte. Man ist, was – und vor allem wo – man isst. Ob das nun der Billigbäcker, Starbucks, Sandwichkette oder der Edelbäcker sein mag. Wobei auch Bequemlichkeit, Genuss und nicht zuletzt die Verpackung nicht zu kurz kommen dürfen.

Das Auge isst mit

Diese Einschätzung deckt sich mit den Beobachtungen des Food Campus Berlin. Der Innovationshub vernetzt Wissenschaft, Wirtschaft und Kreative, um neue Konzepte für die Ernährung der Zukunft zu entwickeln. In seinem Trendreport nennt er Kitchen Couture als einen der wichtigsten fünf Food Trends 2026. Sprich: Produkte sollen nicht nur gut schmecken, sondern müssen auch optisch überzeugen, eine Geschichte erzählen und als Ausdruck der eigenen Persönlichkeit funktionieren, sowohl off- als auch online. Als Beispiel führt der Food Campus Berlin unter anderem das italienische Familienunternehmen Frantoio Muraglia an, das seit mehr als 80 Jahren mittlerweile vielfach prämiertes Olivenöl produziert. Geliefert wird dieses in Keramikflaschen mit modernem Design, die auch im Küchenregal eine gute Figur machen.

Besonderes Olivenöl in fancy Ölflaschen.

Image: AdobeStock | gpriccardi

Bunt, farbenfroh, umami-lastig

Neue Länderküchen definiert Pierre Nierhaus 2026 nicht. Stattdessen werden bekannte Essensrichtungen wie die mediterrane oder levantische Küche weiterentwickelt und abwechslungsreicher interpretiert. Vor allem der Einfluss aus Südamerika gewinnt an Bedeutung, wobei nicht die unterschiedlichen Länder, sondern der Stil im Fokus steht: farbenfroh, aromatisch, umami-betont.

Dabei denkt Nierhaus etwa an Empanadas, das sind frittierte oder gebratene Teigtaschen, die mit Fisch, Fleisch, Gemüse oder sogar Süßem gefüllt werden können. „Ähnlich wie bei Wraps habe ich auch hier einen tollen Teigmantel, der einerseits dafür sorgt, dass die Füllung heiß bleibt und die Empanada praktisch zu transportieren ist. Und gleichzeitig liefert sie immer noch dieses Soulfood-Gefühl.“ Das Experimentieren mit neuen, vor allem gesunden Füllungen und Geschmackskombinationen spielt dabei eine zentrale Rolle und ist ein wichtiger Treiber dieses Trends.

Mexikanische Gerichte wie Tortilla, Chili con carne und Wraps.

Image: AdobeStock | petrrgoskov

Food Trends 2026 mit Funktion

Auch Funktionsküchen zählen laut Trendforscher Pierre Nierhaus zu den wichtigsten Food Trends der kommenden Jahre. Dabei geht es weniger um klassische Genussmomente als um Ernährung mit Funktion. Denn speziell jüngere Generationen passen ihre Essgewohnheiten an konkrete Ziele an, wie zum Beispiel Longevity oder eine höhere Leistungsfähigkeit. „Lebensmittelproduzenten haben erkannt, dass Zusatzstoffe von Konsumenten zunehmend als Makel wahrgenommen werden, womit wir wieder beim Thema Natürlichkeit wären. Zum anderen sind vor allem Proteinprodukte wie Proteinpudding oder Proteinmilch besonders gefragt“, erklärt der Trendexperte.

Ebenfalls in den Fokus rückt 2026 die Darmgesundheit, wie der Food Campus Berlin betont. Zwar wirkt das Thema weniger sexy als der High-Protein-Hype, der Handlungsbedarf ist jedoch groß: Allein in Deutschland erreichen 75 bis 80 Prozent der Bevölkerung nicht die empfohlene tägliche Zufuhr von 30 Gramm Ballaststoffen. Das ergab eine Studie des Max Rubner-Instituts. Immer öfter landen daher neue Produkte rund um Pro- und Präbiotika auf dem Markt, angefangen von präbiotischen Limonaden bis hin zu ballaststoffreichen Müsliriegeln.

Viele Food Trends – ein Produkt

Clevere Unternehmen wie Hülsenreich, das im Trendreport des Food Campus Berlin genannt wird, zeigen, wie sich gleich mehrere Food Trends in einem Produkt vereinen lassen. So verarbeitet das deutsche Start-up in speziell entwickelten Röstern Bio-Kichererbsen und regionale Hülsenfrüchte zu proteinreichen und ballaststoffreichen Snacks. Diese landen dann in optisch ansprechenden Verpackungen in unseren Regalen. Gesund, nachhaltig und bunt – so könnte die Zukunft unserer Ernährung aussehen.

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